Ergotherapie Pfaffner

Interview mit Katharina Pfaffner

Auf 103 qm befindet sich die modern und umfangreich ausgestattete neue Ergotherapie Praxis von Katharina Pfaffner. Hier finden sich Behandlungsräume für die Handtherapie, für die Neurologie, ein Hirnleistungs-Trainingsraum mit Werkstatt sowie einen Motorikraum.

 

Was versteht man unter Ergotherapie?

Hier würde ich gerne auf eine gute Definition laut DVE 08/2007 zurückgreifen, die meine Arbeit gut umreißt: „Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Ziel ist, sie bei der Durchführung für sie bedeutungsvoller Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer persönlichen Umwelt zu stärken. Hierbei dienen spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung dazu, dem Menschen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen.“

 

Das sind beispielsweise

- die Handtherapie zur Wiederherstellungen der Fingergeschicklichkeit,

- motorisch funktionelle oder sensomotorisch-perzeptive Behandlung, um das Gleichgewicht halten und den Körper koordiniert bewegen zu können

- oder Hirnleistungstraining zur Steigerung der räumlich konstruktiven Funktionen, Merkfähigkeit.

 

 

Was erwartet mich bei der Handtherapie & Orthopädie zur Behandlung z.B. bei Handverletzungen oder nach Handoperationen?

In meinen Behandlungen finden sich zum Beispiel Elemente aus manueller Therapie, Spiegeltherapie, Faszienbehandlung, Myofascial Release, Narbenbehandlung, Paraffinbad, thermischer Behandlung ebenso wieder wie ergotherapeutische Schienen und eine Schulung der Oberflächensensibilität. 

Bei meiner Behandlung gehe ich gezielt auf die persönlichen Einschränkungen ein und bespreche mit meinem Gegenüber die Form der Behandlung und das Trainingsprogramm für zu Hause.

 

In Ihrem Angebot findet sich auch Demenzbehandlung und Geriatrie wieder. 

Welche Ziele verfolgt diese Behandlung?

Ziel meiner Behandlung ist, den Fortschritt der Demenz durch körperliche Aktivität und ressourcenorientiertes Arbeiten zu verlangsamen. Ich unterstütze und trainiere meine Patientinnen und Patienten bei demenziellen Erkrankungen, aber auch, um zum Beispiel eine meist altersbedingte Sturzgefährdung zu reduzieren. In den Behandlungen setze ich verschiedene Konzepte ein, wie Rehacom, 

Arbeitsblätter zum Hirnleistungstraining, therapeutische Spiele zum kognitiven Training, Training von alltäglichen Aktivitäten, Affolter, sensorische Integrationstherapie nach Ayres oder die basale Stimulation. Als Fachergotherapeutin für Demenz nach Gudrun Schade (DEMERGO) bringe ich neben viel Freude an dieser Arbeit auch einen großen Fundus an Fachwissen in meine Arbeit ein.

 

Sie behandeln auch Patientinnen und Patienten nach einem Schlaganfall, mit Parkinson oder Multipler Sklerose. Was ist das Behandlungsziel?

Bei meinen Behandlungen trainiere ich gezielt die grob- und feinmotorischen Fertigkeiten, sowie die Rumpf- und Gleichgewichtsfunktionen. Schon das Öffnen und Schließen eines Knopfes ist für viele eine Mammutaufgabe. Und ich wirke auf eine Verbesserung der Wahrnehmungsverarbeitung ein. Meine praktischen Übungen trainieren den Alltag, also die Selbstversorgung, Hobbies oder die Arbeit. In den Behandlungen werden je nach Patient verschiedene Methoden eingesetzt z.B. aus dem Bobath-Konzept, Affolter, Spiegeltherapie und imaginäres Training, Rehacom oder die Schulung der Oberflächensensibilität.

 

Welche Angebote haben Sie für Kinder?

Ich behandle zum Beispiel Kinder mit schulischen Auffälligkeiten oder Wahrnehmungsproblemen. Die Krankheitsbilder reichen von Konzentrationsproblemen über Koordinationsstörungen bis hin zu Störungen des Selbstwertgefühls. Hier setze ich Elemente aus dem Marburger Konzentrationstraining, der sensorischen Integrationstherapie, Neurolinguistisches Programmieren sowie verschiedene graphomotorische und auf die visuelle Wahrnehmung ausgerichtete Programme ein. Wichtig ist es mir, auch Aufgaben für zu Hause zu stellen, damit die Kinder schneller Erfolge erzielen können.

Ergotherapie und Psychiatrie - wie passt das zusammen?

Ergotherapie kann auch bei Depressionen, nach Traumata oder bei vielfältigen anderen psychiatrischen Erkrankungen zum Einsatz kommen. Je nach Patient werden auch hier verschiedene Methoden, wie Rehacom, Entspannungsmethoden und alltagspraktisches Training angewandt, um eine baldige Verbesserung oder Stabilisierung der Lebenssituation zu erreichen.

 

Die Redaktion des Emsdetten Guide dankt Katharina Pfaffner herzlich für die interessanten Einblicke und wünscht ihr allzeit gutes Gelingen in ihrer neuen Ergotherapie-Praxis.

 

Öffnungszeiten:

Mo-Fr nach Vereinbarung 

Kernzeiten: 9.00-16.00 Uhr

Dienstags bis 17.00 Uhr